Stilles Gedenken an alle Opfer der Gewalt und Tyrannei des Faschismus
Zur Erinnerung an die Opfer der unfassbaren Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft versammelten sich Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns, Vertreter des christlich-jüdischen Arbeitskreises im Evangelischen Kirchenkreis Mühlhausen, des Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegevereins, des Rotary Club Mühlhausen und des Stadtrates heue am Denkmal für die Opfer des Faschismus am Mühlhäuser Bahnhof. Auch eine Klasse der Freien Gemeinschaftsschule „Janusz Korczak“ nahm am stillen Gedenken teil
Das 1951 wenige Tage nach dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald sechs Jahre zuvor eingeweihte Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz gilt als letztes großes Werk des Mühlhäuser Bildhauers Walter Krause (1891-1967) im öffentlichen Raum und eines der bedeutsamsten in seinem künstlerischen Schaffen. Die vier Figuren stehen symbolisch für alle Opfer, die der Gewalt und Tyrannei des Faschismus ausgeliefert waren. „Einfühlsam schildert Krause verschiedene Charaktere und unterschiedliche Facetten der Trauer, des Leids und Neuaufbruchs“, heißt es dazu in der kunsthistorischen Würdigung von Steffi Maass in dem Walter Krause gewidmeten Sonderheft der Mühlhäuser Beiträge.
Das stille Gedenken an diesem Ort trat auch in diesem Jahr an die Stelle einer öffentlichen Veranstaltung im Historischen Rathaus, wie sie am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust in Mühlhausen seit vielen Jahren gemeinsam unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters begangen wird.
Seit 1996 ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ein bundesweiter gesetzlicher Gedenktag. Als Jahrestag bezieht er sich auf die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.