





Steintisch 2-Linden
Ein gern von Spaziergängern besuchter Ort sind die „Zwei Linden“ oder auch „Steintisch“ genannt. Er bietet einen wunderschönen Ausblick über den ganzen Ort. Wohl im Jahr 1934 wurden zwei Linden gepflanzt und ein steinerner Tisch mit Bänken aufgestellt. Auf dem abgestuften Gelände unterhalb der zwei Linden pflanzte man 250 Kirschbäume, die sogenannte Kirschleite. Ein Artikel vom 22.03.1934 im „Mühlhäuser Anzeiger“ berichtet über die feierliche Übergabe durch den damaligen Dorfschulzen Janson und Vertreter der Stadt Mühlhausen. Die Tischplatte bestand ursprünglich aus einem ausrangierten Mühlstein. Durch Witterungseinflüsse und Vandalismus wurde die Anlage weitgehend zerstört und erst 2017 in der jetzigen Form wieder aufgebaut.
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Geschichte der “Zwei Linden” oder auch Steintisch genannt
Die Geschichte der “Zwei Linden” oder auch Steintisch genannt, beginnt in einer Zeit die heute gern vergessen wird. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 bestand eine der wichtigsten Aufgaben darin die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Aus diesem Grund wurden die Gesetze zu den Notstandsarbeiten eingeführt.
Mit Hilfe dieser Maßnahme sollte die hohe Zahl von Erwerbs- und Arbeitslosen in Deutschland reduziert werden. Im Rahmen des Programmes wurde, auf Initiative des Gemeinderates von Höngeda, ab dem Herbst 1933 bis zum Frühjahr 1934, eine Hügelkuppe etwas nordöstlich des Ortes , auf dem Mühlberg, eingeebnet.
Bei dieser Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurden 55 Erwerbslose, vorwiegend aus Mühlhausen beschäftigt. Das Projekt hatte einen Umfang von 10 000 Tagwerken, das entsprach etwa 40.000 Reichsmark. Von den 55 Beschäftigten waren 50 aus Mühlhausen, die durch ihre Arbeit in Höngeda nun die Stadt auch finanziell nicht mehr belasteten.
Auf der eingeebneten Hügelkuppe wurden zwei junge Linden gepflanzt. Sie wurden auf „Hitler“ und „Hindenburg“- Linde getauft. Zwischen den beiden Linden wurde eine Natursteinmauer in Form einer Grotte errichtet. Vor der Grotte wurde ein Tisch aus einem Mühlstein sowie drei steinerne Bänke gestellt. Dieser entstandene Platz sollte fortan „Adolf Hitler Platz“ heißen und vom Kampf gegen die Arbeitslosigkeit künden. Unterhalb des Platzes wurde der Hang terrassiert und mit 250 Kirschbäume bepflanzt. Am 21.03 1934 fand die feierliche Eröffnung des Hitler-Platzes statt. Anwesend waren der Dorfschulze Janson, der Gemeinderat mit einer Abordnung der NSDAP und Vereine des Ortes mit ihren Fahnen. Ebenfalls anwesend war der Regierungsrat Dr. Schneider als Vertreter des Arbeitsamtes Mühlhausen.
Die Beschäftigten bedankten sich bei der Gemeinde und vor allem beim Schulzen Janson dafür, dass sie wieder in Brot und Arbeit waren.Nach Beendigung dieser Maßnahme wurden die Leute weiterbeschäftigt beim Ausbau und der Befestigung der Straße nach Bollstedt.
Nach dem 2. Weltkrieg sollten im Rahmen der Entnazifizierung die Bäume gefällt und die Natursteingrotte entfernt werden. Die Bauwerke wurden, bis auf den Steintisch und die Bänke entfernt. Das Fällen der Bäume wurde aber immer wieder aufgeschoben und geriet letztlich in Vergessenheit.
Vandalismus und Wetter sorgten für den Verfall des Steintisches und einen Teil der Bänke. Als beliebter Ausflugsort und Aussichtpunkt blieb der Platz unter den Linden aber immer erhalten.
2012 wurden der Tisch und die Bänke durch eine Bürgerinitiative (Männerchor) wieder instandgesetzt. Zusammen mit der neuaufgestellten Waldschenke durch die Jagdgenossenschaft, bietet der Steintisch wieder ein lohnendes Ausflugsziel.






Mühle Höngeda
Der erste Antrag der Dorfbewohner Höngedas im Jahr 1729 für den Bau einer dringend benötigten Wassermühle wurde auf Betreiben der Mühlhäuser Fischereipächter abgelehnt. Es folgte ein über fünfzigjähriger Streit um den Bau der Mühle am Himbach. Erst 1785 wird die Baugenehmigung erteilt, nachdem jedem Mühlhäuser Fischereipächter eine Entschädigung von 50 Talern ausgezahlt wurde. Die Grundsteinlegung fand am 2. August 1785 statt. Sie hatte 2 Gänge und 7 Ellen Hebe. Den 8. Januar fing sie an zu mahlen. Meister Bernhard Köthe hat sie gebaut und verfertigt. In den folgenden Jahren wechselte die Mühle mehrfach den Besitzer, erst 1850 kam sie mit Christoph Hildebrandt wieder in Höngedaer Hände. Im 2. Weltkrieg diente sie noch einige Zeit als Schrotmühle, dann wurde der Betrieb in den 1950er Jahren eingestellt.






Geschichte der Mühle zu Höngeda
1792 wird von Hans Heinrich Krauel gebeten, dass der Rat der Stadt Mühlhausen es erlaube, am Himbach (Felchtaer Bach) eine Wassermühle anzulegen. Der Vorschlag und zugleich Bitte wird aus vielerlei Gründen, u.a. dass das Wasser des Baches minimiert würde, abgelehnt. Die Besitzer des Baches (Fischweide) glaubten auch, dass ihr Fischrecht geschmälert wird. Besitzer war unter anderem Tilesius Schwager von Bürgermeister Petrie. 1756 wiederholt die Gemeinde das Gesuch. Abermals protestieren Müller und Fischereiberechtigte der Stadt. 1766, nach einer großen Dürre, kauften die Höngedaer den Bach und besaßen nun auch die Fischereigerechtigkeiten.
1767 klagen sie durch ein Gesuch beim kaiserlichen Rat über die Einquartierungen im 7-jährigen Krieg und dass die Bauern über eine Stunde weit fahren müssen, um ihr Korn mahlen zu lassen.
1785 richten sie erneut ein Gesuch an den Rat zu Mühlhausen. Vierzig Besitzer von Wiesen an der Flut beantragen wiederum, Abweisung, da sie Gefahr bei Überschwemmungen der Wiese fürchten. Der Äußere Rat entscheidet jedoch, dass der Bach auch bei Unwetter ohne die Mühle genug Schaden anrichte. Es müssten, so fordert er die Brücken höher und das Bachbett tiefer gelegt werden, und den Fischereiberechtigten verboten werden, den Lauf des Baches künstlich zu verändern. Die Fischereiberechtigten der Stadt beantragen jedoch den Bau der Mühle bis zu 1000 Taler Strafe zu verbieten.
1785 wird aber der Bau erlaubt, nachdem die Gemeinde HÖNGEDA jedem Fischereiberechtigten 50 Taler ausgezahlt hat. Nachdem der Rat die Sache erlaubt hatte, kam es nach einer dreitägigen Untersuchung zu folgenden Beschluss:
Dass das Wehr in der Breite 12 Schuh und 5 Schuh höher als der Wasserstand angelegt werden müsse. Mithin bekommt der Bach über dem Wehre die Breite von 20 Schuh und soll von dem Bache herunter ein Graben ausgestochen werden, wovon die Erde auf den Damm geworfen wird. Dieses nimmt seinen Anfang wo die Stauung des Wassers sich endet und wird herunter geführt bis unter das angeführte Wasser in dem wilden Graben. Die Waage ist angeschlagen worden auf die Höhe des Wehrbaumes durch die Weinbergsgärten hindurch bis an den Weg, welcher nach Bollstedt gehet. Hinselbst ist hinter Hand dieses Weges der Platz angewiesen worden wo selbst die Mühle stehen könnt. Das Stück Land und Wiesen, auf welches die Mühle stehen könnt, gilt 2 1/2 Mühlhäuser Acker. (Der Mühlhäuser Feldacker hatte 160 Mühlhäuser Quadratruten, oder 0,24736 ha). Von diesem fällt das Wasser des Mühlgrabens über die Brücke herunter in den wilden Graben. An ausgeführter und mehrmals erprobter Abwägung hat sich gefunden, daß die Mühle 13 Schuh 1 1/2 Zoll an Gefällen bekommt. Nach abermaligen anschlagen der Waage über der Brücke und herunter bis an die Spitze Acker fanden sich an Gefällen 3 Schuh. Die horizontale Linie der Oberfläche des Wehrbaumes fällt in den dortmaligen Rasen Ufer auf welchem Damme, welcher zwischen und über dem Wasser befindlichen Wassergraben und dem Beigraben angelegt werden soll, auf 350 Fuß über dem Wehr ein, und von diesem Standpunkt sind es noch 950 Fuß, daß also die ganze Länge der Wassersteubung 1300 Fuß beträgt. Der Damm wird aufgesetzt bei dem Wehrbaum 3 Fuß, 2 Zoll. Zu dem Orte, wo abberührte horizontale Linie einfällt, 2 Fuß. Die Breite des Wassergrabens über dem Wehre wird 12 Fuß, der aufzusetzende Damm wird 8 Fuß breit und der Beigraben bekommt die nämliche Breite. Bei diesem zuverlässig genommenen Aufschlage ist man versichert, daß weder der Gemeinde noch den daran stoßenden Ländereien Besitzern nicht der mindeste Schaden oder Nachteil erwachsen könne. An Gefällen des Wassers vom Wehrbaume an bis an die Brücke unter dem Forste befindet sich der Abfall von 13 Fuß ferner von der Brücke bis an das kleine Rieth, als bis soweit die Gefälle ausgeforstet worden, befinden sich noch 3 Fuß Abfall, daß also der ganze Abfall vom Wehrbaum bis an das kleine Rieth 16 Fuß beträgt. Hiervon bleibet nun nach Abzug des Wasserstandes vor die Höhe der Wasserräder 13 Fuß.
Zu dieser wahren Urkunde haben wir Unterzeichnete dieses auf guten Glauben attestieren wollen!
Richard Ludwig Köhler aus Langensalza
Johann Heinrich Schwan K. Müller
Sebastian Vockrodt
Johann Bernhard Korthe - Zimmermeister
Höngeda, den 24. Januar 1785
Nach Beilegung der Streitigkeiten mit dem Rat der Stadt Mühlhausen erfolgte am 02.August 1785 die Grundsteinlegung. Als sie fertig war, hat sie der Gemeinde 3000 Gulden gekostet. Meister Bernhard Köthe hat sie gebaut.
Am 08. Januar 1786 konnten endlich die Höngedaer Bauern in ihrer eigenen Mühle das Korn mahlen. Der erste Pächter war der Müllermeister Ludwig Fröbe aus Nazza, er war mit Anna Christina Lehmann aus Oppershausen verheiratet. 3 kinder wurden in Höngeda geboren. Er musste sich verpflichten, Reparaturen, die mehr als 1 Reichstaler betrugen, selbst durchzuführen, eine Kaution von 100 Reichstalern zu hinterlegen und für Räumung und Sauberhaltung des Mühlgrabens zu sorgen. Dafür erhielt er jährlich 1Acker (160 Quatratruten oder 0,24736 ha) Gras und Heu an der Pferderieths Brücke.
1792 kommt als neuer Pächter der Müllermeister Adolf Weise aus Mühlhausen nach Höngeda. Er muss wieder Kaution hinterlegen und einen 3-jährigen Ochsen von Lichtmeß (02.02) bis Michaeli (29.09) halten.
1803 pachtet Müllermeister Adolf Wender für 6 Jahre die Mühle.
1812-1815 ist Müllermeister Carl Schlegelmilch der Mühlenpächter
11816 verkauft die Gemeinde die Mühle an einen Einwohner von Bollstedt. Dieser verkauft sie 1817 an den Müller Koch aus Mühlhausen.
1820 kauft sie dann der Müller Grabe aus Mühlhausen
1829 erwirbt sie ein Müller Worbs
1833 verkauft dieser die Mühle den Müller Sander aus Großwasungen.
Nach seinem Tod heiratet die Witwe den Müllermeister Friedrich Christian Willerbach.
1846 wird die Mühle erneut verkauft, an den Müllermeister Mehler aus Mühlhausen. Dieser heiratet hier Johanna Rebecca Franke.
um 1850 kauft die Mühle Christoff Hildebrandt. Er heiratet 1854 Charlotte Caroline Eisenhardt aus Höngeda. Ihr Vater betreibt die Gastwirtschaft im Ort. In der Ehe werden 5 Kinder geboren, jedoch sterben 3 zeitig. Eine Tochter, Alwine Charlotte heiratet einen Imker aus Gispersleben. Die andere, Pauline Emilie, heiratet 1892 den Mühlenbesitzer Carl Otto Werner aus Mühlhausen.
1856 stellt der Mühlenbesitzer Christoph Hildebrandt den Antrag auf Bau einer zusätzlichen Windmühle, da der Mühlenbetrieb häufig unter Wassermangel leidet. Am 28. April 1860 wird der Bau einer Holländer-Windmühle genehmigt. Der Bau wird nicht ausgeführt. Der älteste Sohn, Friedrich Wilhelm Hildebrandt übernimmt die Mühle und heiratet 1889 Elise Olga Pabst.
Um 1917 übernimmt Louis Brandt die Mahl- und Schrotmühle. Er wurde1867 in Höngeda geboren und starb hier 1950. Seine Eltern waren Wilhelm Christoph Brandt aus Falken und Catharina Anna, geb. Schmidt aus Höngeda. Lois verheiratet mit Martha Andres hatte 4 Kinder, 2 Töchter und 2 Söhne. Eine Tochter Bertha Brandt heiratete Ottomar Bischoff aus Großengottern. Dieser übernahm 1925 die Mühle. 1932 wurde das Mühlrad durch eine Turbine ersetzt.
1954 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt.
1984 Wurde das hinter dem Wohnhaus befindliche Mühlengebäude abgerissen. An dieser Stelle wurde durch den Enkel des letzte Mühlenbetreibers (Horst Bischoff) ein Wohnhaus errichtet.