





Ziegelei
Im März 1896 beginnt die Geschichte eines der bedeutendsten Wirtschaftsunternehmen von Höngeda. Der Bauunternehmer Friedrich Hellmann aus Brake bei Dortmund erwarb das Grundstück am Klosterplan und baute für seine Söhne Heinrich und Fritz eine erste Dampfziegelei. 1897 wurde sie in Betrieb genommen. Die Ziegelei wurde bis 1925 von Berthold Sonntag geführt und dann an Robert Schollmeyer und Louis Semmann verpachtet, der sie 1933 erwarb. Sie firmierte unter dem Namen „Höngedaer Dampfziegelei Louis Semmann“. 1935 wurde ein 2. Brennofen gebaut und der alte Ofen wurde 1937 durch einen modernen Zickzack-Ofen mit einem ca. 40m hohen Schornstein ersetzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Ziegelei verstaatlicht und erhielt den Namen „VEB Dampfziegelwerke Höngeda“. 1949 erhielt das Werk einen Feldbahnanschluss in die Tongrube Bollstedt. Neben einer Schwesternstation, Arbeiterunterkünften, einem Sportplatz und einem Saal für Kinoveranstaltungen war dem Werk auch ein DDR-Jugendwerkhof angegliedert, in dem etwa 20 Jugendliche eine Ausbildung in der Ziegelei erhielten. Nach der Wende erwirbt der Unternehmer Kurt Georg Pfleiderer aus Winnenden die Ziegelei von der Treuhand. Er investierte mehr als 70 Millionen Mark in eine Komplettsanierung und machte sie zu einem der modernsten Ziegelwerke in Europa. Ehrengast der Eröffnungsfeier im Jahr 1992 war der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Heute ist die Ziegelei ein Standort der Firma Creaton und gehört zur Wienerberger GmbH.
Bilder zur Ziegelei












Geschichte der Ziegelei
1896 Ende März kaufte der Bauunternehmer Friedrich Hellmann aus Brake b. Dortmund den Klosterplan neben dem Wege nach Seebach von Landwirt K Rehse und baute für seine Söhne Heinrich u. Fritz eine Dampfziegelei. 1897 wurde sie in Betrieb genommen und bis 1925 von Berthold Sonntag geführt. Ab 1925 war die Ziegelei an Robert Schollmeyer und Louis Semmann verpachtet.
1900 – am 10. Februar – in das Handelsregister A ist unter Nr. 7 die Fa. Friedrich Hellmann und als deren Inhaber der Ziegeleibesitzer Friedrich Hellmann eingetragen worden (Königliches Amtsgericht Abt. 4)
Ab 1933 war der Name „Höngedaer Dampfziegelei und Dampfziegelfabrik Louis Semmann.
1935 erfolgte der Bau des 2. Brennofens.
Am 29. 01. 1937 erhielt der Ziegeleibesitzer Louis Semmann die Genehmigung, den alten Ofen abzureißen und die Genehmigung für einen Zickzackofen. Am 22.04.1937 erfolgte die Rohbauabnahme der Baumaßnahme „Ofenbau mit Schornstein und darüberliegender Trocknerei“. Die Kosten der Ofenanlage mit Schornstein beliefen sich auf etc. = 93.486 RM. Den 40 m hohen Schornstein baute die Erfurter Firma Topf & Söhne.
Vom 13. Zu 14. Februar 1949 brannte das Dach der Maukhalle ab und wurde wieder neu aufgebaut.
In den Jahren ab 1949 wurde die Feldbahn nach Bollstedt in die Tongrube fertiggestellt. Es wurde der Hof gepflastert, ein neuer Zaun entlang der Straße angebracht und neue Trocknungsgelegenheiten geschaffen. In den Bau der Trocknung wurde die Wache und die Schwesternstation integriert. In der Schwesternstation – Reich der Gemeindeschwester des Ortes – fanden auch die monatlichen Mütterberatungen, bis zur Eröffnung der 1. Arztpraxis in der neuen Gemeindeverwaltung, statt. Ferner hin wurden Dieselloks und moderne Fahrzeuge erworben.
1950 Zur Belebung der Kulturarbeit in den volkseigenen Dampfziegelwerken Höngeda-Körner wurden im Speisesaal Kinoveranstaltungen sonntags durchgeführt. Die Kinonachmittage (Kinder) und Kinoabende (Erwachsene) durften auch von allen Einwohnern von Höngeda besucht werden.
In den Jahren 1955, 1956 und 1958 wurde je 1 Wohnhaus für Arbeiter des Betriebes mit 4 Dreizimmerwohnungen gebaut.
Die Kapazität des Betriebes beläuft sich auf 4.200.000 Dachziegel, 90.000 Firstziegel und 1.600.000 Mauersteine. Ihr Betriebsleiter Richard Oberstedt aus Mühlhausen gehört seit 15.08.1943 zum Betrieb. Am 01.10.1945 wurde er komm. Betriebsleiter. In der Zeit vom 01.01.46 – 01.02.47 wurde er Treuhänder des Betriebes und seit 01.02.1947 Betriebsleiter. Die Belegschaftsstärke ist zu dieser Zeit durchschnittlich 160.
Am 18.04.1950 stellten die Kollegen den Antrag auf Gründung einer Betriebssportgemeinschaft und den Bau eines Sportplatzes. Das 1. Fußballsiel fand am 1. Mai 1950 statt.
Am 14.12.1958 wird die Sporthalle (ehemalige Scheune der Ziegelei) eingeweiht.
Ab 1952 war der Name der Ziegelei VEB Dampfziegelwerke Höngeda und ab 1960 VEB Dach- u. Mauerziegelwerke Höngeda und später Thüringer Ziegelwerke Erfurt, Betriebsteil Höngeda.
Im Juni 1962 gab es ein Großfeuer. Der neue Ofen brannte restlos ab.
1968 wurde der Zweckverband zusätzliche Baustoffe gegründet. Hier wurden in Zusatzschichten Mauer- und Dachziegel produziert, die der Werterhaltung, Gewinnung von Wohnraum, der Erhaltung und dem Neubau von Kindereinrichtungen, Straßen, Gaststätten und Naherholungseinrichtungen zu gute kam, nur kommunalen Vorhaben, die allen Bürgern nützlich sind. So entstanden in Höngeda 2 Wohnungen durch Umbau, 24 Wohnungen in Großblockbauweise, eine Schulküche, eine Lehrerwohnung, die Kegelbahn, der Musikpavillon und ein Springbrunnen. Auch das neue Bürgermeisteramt konnte mit den in Sonderschichten produzierten Mauersteinen und Dachziegeln gebaut werden
1982 bis 1984 wurde eine Rekonstruktion des Ziegelwerkes durchgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 1,9 Mio. Mark.
Am 15.08.1990 wurde dem Thüringer Ziegelwerk, Betriebsteil Höngeda, die Betriebserlaubnis entzogen.
Am 09.07.1991 leistete Kurt Georg Pfleiderer die Unterschrift bei der Treuhand in Berlin zum Kauf der Ziegelei Höngeda. Bereits im Dezember 1991 erfolgte der Spatenstich für eines der modernsten Ziegelwerke in Europa mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Mark. Am 23.10. 1992 war bereits Produktionsbeginn in der 3000 qm großen Produktionsstätte. Die Inbetriebnahme erfolgte durch den Außenminister Hans-Dietrich Gentscher. Ein Jahr später – 1993 – verließ der 10 Millionste Tondachziegel das Werk.
Der Schnellbrandofen mit Rauchgasentschwefelungsanlage hat eine Kapazität von 18 Mio. Dachziegeln im Jahr. Der Betrieb ging mit 50 Arbeitskräften, später 75, in Betrieb. 1995 waren es 120 Arbeitskräfte.
Nach 2 Jahren am 22.04.1994 ging der 2. Ofen in Betrieb. Das Betriebsgelände der Firma Pfleiderer umfasst nunmehr 7 ha Gelände, mit Produktionsgebäuden von 8.500 qm. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 70 Mio Mark. Richtfest für die 3000 qm große Produktionsstätte war am 07.10.1994 im Beisein von Otto Graf Lambsdorff und Wirtschaftsminister Dr. Jürgen Bohn.
2003 wurde die Pfleiderer GmbH Teil des belgischen Baustoffkonzerns Etex. In den darauffolgenden Jahren wurden die Marken Creaton, Meindel, Pfleiderer und Trost zum Creaton Markenverbund gebündelt.
Auf dem Gelände der Ziegelei entstand 1963 der JUGENDWERKHOF HÖNGEDA und wurde bis 1990 betrieben. Er war eine DDR-Erziehungsanstalt für männliche Jugendliche im Alter von 14 – 18 Jahren. Die heimmäßig dort untergebrachten ca. 20 Jugendlichen wurden von einem Leiter und mehreren Erziehern betreut. Fernerhin waren eine Wirtschaftsleiterin und eine Köchin dort beschäftigt. Die Jugendlichen erhielten eine Ausbildung in der Ziegelei und anderen Betrieben in Mühlhausen. Der Löschteich der Ziegelei wurde auch als Schwimmteich von den Jugendlichen genutzt!