Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Bauernhof Janson LPG „Heinrich Pfeiffer

Im dem alten Bauernhaus wächst Rudolf Janson (1888-1967) auf. Die Geschichte der Familie Janson, deren Vertreter in allen Generationen eine herausragende Stellung in der Gemeinde hatten, lässt sich bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Rudolf Janson war von 1918 bis 1934 Bürgermeister von Höngeda und zugleich Standesbeamter und Vorsitzender des Kreislandbundes sowie Vorsitzender der Landwirtschaftlichen Genossenschaft. 1934 wird Rudolf Janson als Bürgermeister von der neuen Regierung, der NSDAP,  abgesetzt und zeitweilig in Haft genommen. Am 14. April 1945 wurde Rudolf Janson für 120 Tage 2. Landrat des Kreises Mühlhausen – von den Amerikanern eingesetzt und von der Sowjetischen Militäradministration am 12. August 1945 wieder abgesetzt. Als am 21. März 1953 die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) „Heinrich Pfeiffer“ gegründet wird, verlegt man ihren Sitz auf das ehemalige Anwesen von Rudolf Janson. Das Gebäude wurde mit der Gründung der LPG „7. Oktober“ Seebach in das Eigentum der Gemeinde übernommen und als Bauhof genutzt. In einen Teil der  Nebengebäude des Bauernhauses zieht 1991 der KFZ-Handel „Autoteile Wiesner“ ein. Das Wohnhaus wurde zeitweise von vier Mietparteien genutzt.

Bilder zum Bauernhof Janson LPG „Heinrich Pfeiffer

Geburtshaus der Familie Janson – spätere LPG „Heinrich Pfeiffer“ Höngeda

Im alten Bauernhaus der Familie Janson wächst Walther Rudolf Paul Richard Janson auf. Geboren wurde er am 07. Mai 1888 in Langula. Jedoch stammten seine Vorfahren aus Höngeda. Über die Herkunft des Namens Janson gibt es eine Überlieferung, die die Abkunft des Ahnherren so darstellt.: Matthes Jansen (später Janson) soll Roßarzt im Heere des Schwedenkönigs Gustav Adolf gewesen sein. Er erkrankte an der Ruhr und blieb infolgedessen bei dem Bauer und Schultheiß Lorenz Schmidt in Höngeda. Später heiratete er dessen Tochter Elisabeth. So wurde er Bauer in Höngeda. Diese Erzählung kann nicht ganz richtig sein, weil sie mit den zeitlichen Abläufen und Eintragungen im Kirchenbuch nicht übereinstimmt. Denn die Heirat des Matthes Jansen war 1668, der 30ig jährige Krieg aber 1648 zu Ende. Man kann aber annehmen, dass das Verbleiben des “Pferdewallachers” wie ihn die Einwohner nannten, mit dem Kriegsgeschehen der damaligen Zeit zusammenhängt. Als Herkıınftsort wird “aus dem Stifte Lüttich, bei Welsch Brabant” angegeben. 1668, im Jahr seiner Hochzeit, wird er laut Mühlhäuser Ratsprotokoll als Bürger aufgenommen. 5 Kinder werden in der Ehe geboren. Das 1. Kind, ein Mädchen wird auf den Namen Regina Anna getauft. 1680 stirbt Elisabeth Janson. 1682 bricht in Höngeda, im Hause des Hans Bernhard Haserot die Pest aus. Der damalige Pfarrer Uthe vermerkt in seinen Aufzeichnungen: “Diese 31 Personen, vom 21. August an, sind an der infection gestorben: fing an in Hans Bernhard Haserot seinem Hause. Am 21. Augusti Martha Dorothea, Lorentz Schmits Fiola (Tochter), von 5 Jahren war Hans Bernharts Stieftochter. Die ansteckende Seuche war immer von einem zum anderen getragen: Jedermann lebte in großer Furcht, alle Wochen war 2 mal, Montag und Donnerstag Betstunde gehalten.: Gott vor allem, wende die Plage und er zeige uns wieder seine Gnade um Jesu Christi seines Sohnes willen” innerhalb von 3 Tagen gab es plötzlich nur noch 1 Familienmitglied Namens Janson - Philipp Johann. Er war das jüngste Kind und obwohl 1683 die Pest erneut wütet, bleibt der Junge auch dieses Mal verschont, 1704 heiratet er Anna Martha Schmidt aus Höngeda und sorgt so für neuen Familienzuwachs. Als er 1753 im Alter von 75 Jahren stirbt, ist er ein Vater von “5 Kindern, 12 Kindeskinder und 2 Kindes- Kindes-Kindern”

Die Familie Janson ist über die Jahrhunderte hinweg ein weitverzweigter Stamm. So finden wir den Namen Janson später auch in Hollenbach, Niederdorla, Langula, Windeberg und Hochheim bei Gotha. Die Männer waren vielfach Schultheiß, Vormund, Bäcker, Bauern, Gastwirte, Anspänner, Landwirte und Amtsvorsteher. Ende des 18. Jahrhunderts sind die Männer Mitglieder des “löblichen Chori musici” (Kirchenchor). Als die Kriege mit Napoleon ausbrachen, zog Georg Andreas Janson, gerade volljährig, als Westfälischer Soldat gegen Rußland und blieb vermisst. 1850 sagte Heinrich Adam Janson der Heimat “Lebe wohl” und wanderte nach Amerika aus. Aber auch ein seltenes Jubiläum gibt es in der Familie des Andreas

Johann Janson und seiner Frau Anna Regina. Sie feiern während des Reformationsgottesdienstes 1862 das Fest der “Goldenen Hochzeit". Jacob Zacharias Janson, gestorben 1898, war einige Jahre Amtsvorsteher und Stellvertreter des Mühlhäuser Landrates. Seine Tochter, Anna Bertha war mit dem Sanitätsrat Dr. Wilhelm Klemm in Mühlhausen verheiratet. Der Landwirt Willibald Zacharias Janson heiratete 1892 die Tochter des Rittergutsbesitzers Helbing zu Hochheim, bei Gotha. Aus einem Nebenzweig der Familie Janson die in Langula ansässig war, stammt Dr. jur. Fritz Janson, der 1919 - 1937 Oberbürgermeister in Eisenach war. Außerdem wurde er Ehrenbürger der Wartburg und Geschäftsführer der Wartburgstiftung.

Rudolf Janson, gebürtig aus Höngeda, war von 1918 bis 1934 Bürgermeister, gleichzeitig war er auch Kreisdirektor der Land- Feuer- Societät, Vorsitzender der Landwirtschaftlichen Genossenschaft, zeitweilig Standesbeamter und Vorsitzender des Kreislandbundes. 1934 wird Rudolf Janson als Bürgermeister von der neuen Regierung, der NSDAP, abgesetzt und zeitweilig in Haft genommen. Am 14. April 1945 wurde Rudolf Janson für 120 Tage 2. Landrat des Kreises Mühlhausen. Eingesetzt von den Amerikanern, abgesetzt von der Sowjetischen Militäradministration am 12. August 1945.

Das Familienwappen: in Gold auf schwarzem Boden eine natürliche, grünbelaubte Eiche mit braunem Stamm, Ästen und 4 Wurzeln. Auf dem grün-goldenen bewulsten Helm mit gleicher Decke ein wachsender, grüngekleideter Arm mit goldenem Aufschlag, der in der bloßen Hand einen silbernen Hirschfänger mit goldenem Griffe hält.

Die Bodenreform kommt in Höngeda 1945, nach dem Ende des 2. Weltkrieges nicht zur Anwendung. Im selben Jahr gründete sich auch die Dorfgenossenschaft, unter deren Initiative eine Schrotmühle, eine Saatreinigungsanlage, eine Vieh- und Futterwaage für rund 19 000 DM geschaffen und hierfür 150 Aufbaustunden geleistet wurden. Die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe sorgte auch dafür, dass eine Schafhalte- und Weidegenossenschaft gegründet und 1952 ein Bauernladen eröffnet werden konnte.

1953, am 21. März wird durch die Initiative von Oskar Schade, Mitglied der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) „Heinrich Pfeiffer“ gegründet. 17 Bauern, Mitglieder, schlossen sich zuerst zusammen um 68 ha Land gemeinsam zu bearbeiten.

1957 sind es 29 Mitglieder, die 186 ha bewirtschaften.

Der Sitz der LPG wird 1953 das ehemalige Anwesen von Rudolf Janson. Der einstige Landrat wurde immer wieder verschiedener Vergehen beschuldigt und schikaniert. Auch konnte das

vorgegebene Abgaben-Soll des landwirtschaftlichen Betriebes (35 ha) nicht erfüllt werden. Nach wiederholter Inhaftierung und einem Gewichtsverlust von 40 Kilogramm innerhalb 83 Tagen, kam er am 01. April 1947 total erschöpft nach Hause. Anfang März 1953 flüchtete die Familie Janson in den Westen. Es drohte erneuter Freiheitsentzug und die Einziehung seines Vermögens. Als gebrochener Mann starb Rudolf Janson im Sommer 1967 in Reichelsheim im Odenwald.

Nach der politischen Wende werden die LPG en in Agrargenossenschaften umgewandelt.
In das alte Bauernhaus zieht 1991 der KFZ –Handel, Ersatzteile und Meisterwerkstatt „Autoteile Wiesner“ ein.
Später wird es der Bauhof der ehemaligen Gemeinde „Weinbergen“.