





Kirche St. Cyriakus
Der Turm der Dorfkirche St. Cyriakus zu Höngeda fällt dem Betrachter sofort ins Auge. Ob von Mühlhausen oder von Großengottern kommend steht er wie ein Wächter über dem Ort. Über viele Jahrhunderte diente er als Wartturm in einem ausgeklügelten System von Warten im Gebiet der Reichsstadt Mühlhausen. Er hat eine Grundfläche von 7x7m und ist ca. 27m hoch. Seine Stellung im Osten der Kirche ist außergewöhnlich, man spricht von einer Chorturmkirche. Der heutige Turm wurde vor 1350 errichtet. Das heutige Kirchenschiff ist im 17. Jahrhundert angebaut worden. Im Verhältnis zum Turm erscheint es eher klein und die verwendeten Baumaterialien scheinen weniger so hochwertig. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert nochmals umgebaut und 1845 nach Westen mit Backsteinen verlängert. Der Kircheninnenraum entspricht einer typischen, schlichtgehaltenen evangelischen Kirche, mit Ausnahme des Altars, der sich von der übrigen Innenraumgestaltung abhebt. Es handelt sich hierbei um den wiederverwendeten barocken Altar aus dem Brückenkloster in Mühlhausen, der 1514 durch den damaligen Probst des Klosters Bernhard Rodemann gestiftet wurde. Weitere Blickpunkte der Kirche sind das barocke Deckengemälde aus dem 18. Jahrhundert mit einer Trinitatisdarstellung und den vier Evangelisten sowie die Orgel. Ursprünglich als Wender-Orgel gebaut wurde sie 1844/45 vom Orgelbauer Friedrich Große grundhaft erneuert. Heute ist sie, nach einer aufwendigen Restaurierung in den Jahren 2024/25, wieder in einem guten Zustand.
Bilder zur Kirche St. Cyriakus






Über St. Cyriakus
Die Kirche steht südlich über dem Ortszentrum auf dem leicht nach Norden fallenden Hang des Scherbenberges. Der Kirchturm befindet sich an der Ostseite der Kirche.
In den Mühlhäuser Beiträgen, Heft 48/2025 ist eine ausführliche Beschreibung des Kirchenbaus, des Altars und der Deckengemälde von Thomas Nitz und ein Beitrag von Albrecht Lobenstein zur Orgel erschienen. Mit freundlicher Genehmigung können die Beiträge unter den nachfolgenden Links eingesehen werden.
- Link zum Beitrag Nitz
- Link zum Beitrag Lobenstein
Eine erste schriftliche Erwähnung einer Kirche zu Höngeda stammt aus dem 13.Jahrhundert als der Probst des Klosters Lippoldsberg einen Garten mit Kirche in Höngeda kauft. Vom ursprünglichen Kirchenhaus sind nur noch die Stützpfeiler erhalten. Der Hauptteil des Kirchenschiffes wurde im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts gebaut und im 17. Jahrhundert grundhaft erneuert. Ein Traufbalken über der nördlichen Eingangstür trägt die Inschrift „Anno 1687“. Um das Jahr 1845 wird das Kirchenschiff durch einen westlichen Anbauverlängert. Der Anlass war der Einbau einer neuen Orgel durch den Orgelbauer Johann Friedrich Große.
Der Kirchturm
Der Mühlhäuser Heimatforscher Rolf Aulepp schreibt dazu:
Wie ein Wächter sieht man von Großengottern kommend den Kirchturm von Höngeda vor der Landstraße stehen, Von diesem hohen Turm kann man das Tal des Singelbaches mit Seebach und die dortige mittelalterliche Wasserburg gut überblicken. In den Kämmereirechnungen der Stadt Mühlhausen wird 1409/10 eine Warte zu Höngeda genannt l. Da zugleich auch die westlicher stehende Warte zu Katzenborn erwähnt wird, kann keine Verwechslung mit dieser vorliegen, Damit ist ein Hinweis auf den Kirchturm von Höngeda gegeben, Dazu ist bekannt, daß in jenen unsicheren Zeiten auch die Kirchtürme der reichsstädtischen Dörfer mit Wartmännern besetzt wurden.
Im Erdgeschoß des Turms befindet sich der Chor mit dem prachtvoll gestalteten Rodemannschen Altar.