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Erbbegräbnis der Familie von Berlepsch
Dieser Ort erinnert an die Familie des Sozialpolitikers und ehemaligen Preußischen Staatsministers Dr. phil. et Dr. jur. h.c. Hans Hermann Freiherr von Berlepsch (1843–1926) und seiner Ehefrau Franziska Freifrau von Berlepsch geb. von Tiele-Winkler (1855–1927). Fast gleichzeitig waren zu Beginn des Ersten Weltkriegs zwei ihrer Söhne gefallen. Für Dietrich Freiherr von Berlepsch (* 28. Mai 1879, † 27. August 1914 Barastre) und Fritz Freiherr von Berlepsch (* 12. Juni 1888, † 28. August 1914 Neuville) wurden Gedenksteine errichtet. Die weitere Ausgestaltung der Anlage nahe dem Gutshaus erfolgte von 1915 bis 1917. Ein Torbogen öffnet zu einer Allee bis zum hohen Kreuz. Dort wurde Hans Hermann Freiherr von Berlepsch bestattet, der am 2. Juni 1926 in Seebach verstorben war. An seiner Seite ruht seine Ehefrau Franziska.
Von 1523 bis zur Bodenreform 1945 war Seebach im Besitz der niederadeligen Familie von Berlepsch. Sie prägte den Ort nachhaltig. Im ausgehenden 19. Jahrhundert residierten zwei Linien der weitverzweigten Familie in Seebach. Abseits der Burg errichtete Dr. phil. et Dr. jur. h.c. Hans Hermann Freiherr von Berlepsch (1843–1926), ehemaliger Preußische Staatsminister, ein repräsentatives Gutshaus, das „Neue Kloster“ bzw. die „Villa“. In unmittelbarer Nähe wurde 1915 von der Familie ein Erbbegräbnis angelegt.
Hans-Hermann Freiherr von Berlepsch hatte nach seinem Studium eine preußische Beamtenlaufbahn begonnen:
- 1872: Landrat in Kattowitz
- 1881: Regierungsvizepräsident in Koblenz
- 1884: Regierungspräsident in Düsseldorf
- 1889: Oberpräsident der Rheinprovinz
In diesen Ämtern entwickelte sich bei ihm die Überzeugung, dass das Deutschen Kaiserreich eine weit aktivere Arbeitsschutz- und Sozialpolitik benötigte – deutlich über die Ansätze unter Reichskanzler Otto von Bismarck (amt. 1871–1890) hinaus. Als Preußischer Staatsminister für Handel und Gewerbe (1890–1896) setzte er in Deutschland Reformen zur Verbesserung der Lage der Arbeiterschaft durch, scheiterte schließlich aber am wachsenden Widerstand wirtschaftsliberaler und konservativer Kreise und musste zurücktreten. Sein auf staatspolitischer Einsicht gegründetes Engagement setzte er aber auch danach fort, mit der Gründung der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz und als Vorsitzender der Gesellschaft für soziale Reform, als Redner und Autor zu sozialpolitischen Themen.
In Seebach stiftete Hans-Hermann von Berlepsch die Kleinkinderschule im Pfarrgarten, richtete ein Kinderheim im ehemalige „Landhotel“ ein und ließ 1925 feste Wohnhäuser für Landarbeiterfamilien bauen. Für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Seebacher stiftete er die Eiche mit Umfassung am Plan. Zwei Söhne hatte die Familie selbst in den ersten Kriegswochen verloren: Oberleutnant Dietrich Freiherr von Berlepsch (28. Mai 1879–27. August 1914) und Leutnant Fritz Freiherr von Berlepsch (12. Juni 1888–28. August 1914). Ihr Tod war der Anlass für die Einrichtung des Erbbegräbnisses nahe dem Gutshaus. Dort fand Hans Hermann Freiherr von Berlepsch seine letzte Ruhestätte, gleitet von einem Trauerzug, nachdem er am 2. Juni 1926 in Seebach verstorben war. An seiner Seite ruht seine Ehefrau Franziska Freifrau von Berlepsch geb. von Tiele-Winkler (20. Oktober 1855–2. März 1927).











