





Der landwirtschaftliche Betrieb im 15. Jahrhundert war streng geregelt. Es wurde die seit dem Hochmittelalter verbreitete Dreifelderwirtschaft (Winterfeld, Sommerfeld, Brache) betrieben. Alle besitzenden Bürger betrieben Viehzucht, doch war die Zahl der zu haltenden Tiere genau festgelegt. Auf eine Hufe (etwa 7,4208 ha) durften nicht mehr als 25 Schafe kommen. Die Schafzucht war wegen der blühenden Tuchfabrikation von großer Bedeutung. Den größten Raum in den Ställen und auf den Gemeindetriften nahm die Schafherde ein. Große Teile der Flur, breite Triftwege und weite Gras- und Ödflächen waren der Zucht dieser wichtigen Tiere zugewiesen. Bereits im 17. Jahrhundert ist im Kirchenbuch von Höngeda ein Hirtenhaus erwähnt und es gibt Aufzeichnungen über Kuhhirte und Schäfer. Selbst Straßennamen waren durch dieses bedeutende Berufsfeld geprägt, wie etwa die Bezeichnung „Hinter der alten Schäferei“ im Jahr 1805. In dem das Dorfbild prägende traufständigen Wohnhaus Dorfplan 37 befand sich seit dem 19. Jahrhundert das Schäferhaus der Familie Abe. Schafhirte waren wichtige, hochangesehene Personen im Dorf, hing doch der Wohlstand der Gemeinde vielfach vom Ertrag bei der Schafschur, dem Gedeihen der Lämmer und Mutterschafe sowie deren Milchmenge für Butter und Käse ab. Oft wurde der Schäfer auch bei Krankheiten der Tiere und Einwohner befragt, denn der Schäfer verstand sich oftmals auf Kräuterheilkunde und war äußerst wetterkundig.
Bilder zur Schäferei






Seit dem 19. Jahrhundert wohnt Familie Abe - Heinrich Abe, Emil Abe + Albert Abe (Kinder von Heinrich) und jetzt Karl-Heinz Abe + Siegfried Abe (Söhne von Albert) in dem zurzeit bekannten Schäferhaus Dorfplan (früher Plan) Nr. 37.