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Altes Pfarrhaus | Kriegerdenkmal

Das alte Fachwerkhaus, unterhalb der Kirche, hat eine lange und wechselhafte Geschichte. Über viele Jahre wurde es als Pfarrhaus genutzt und um 1550 umgebaut, wie auch die moderne Inschrift verrät. Im 17. Jahrhundert soll es als Chauseehaus (Mautstelle) gedient
haben. Nachdem es Anfang 2000 aufwändig restauriert und instandgesetzt wurde, ist das giebelständige Ensemble heute wieder ein Schmuckstück der Gemeinde. Insbesondere die farbig hervorgehobenen Schmuckelemente sowie die imposante Toreinfahrt mit Turmhaube fallen dem Betrachter ins Auge. Ursprünglich gehörte zu dem Haus ein größerer Gewölbekeller. Er wurde im Rahmen der Umgestaltung des Angers im Jahr 2023 abgerissen, nachdem er beim Bau eines Springbrunnens auf dem Anger bereits verkürzt  worden war. Über dem Kellereingangsgewölbe stand lange Zeit ein Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des 1. Weltkrieges. Das Denkmal wurde 1973 wegen Baufälligkeit abgebrochen und durch das Ehrenmal auf dem Friedhof ersetzt.

Altes Pfarrhaus | Kriegerdenkmal

Fachwerkhaus vor der Kirche

Das über 400 Jahre alte Fachwerkhaus bildete zusammen mit dem Kirchturm, einen Teil der Mühlhäuser Wehranlagen. Es ist bekannt, dass in den unsicheren Zeiten des Mittelalters auch Kirchtürme der reichstädtischen Dörfer mit Wartmännern besetzt wurden. Der auffallende bauliche Unterschied zur Kirche beweist, dass der aufwendige Turm nicht nur als Kirchturm, sondern auch als Warte der Stadt Mühlhausen gebaut wurde. (Zitat Aulepp) Das Fachwerkhaus wurde dann zur Unterbringung der Wartmänner genutzt. Später, nachdem die Warten nicht mehr besetzt wurden, diente es lange Zeit als Pfarrhaus. 1575 wird ein Umbau des Pfarrhauses erwähnt. Um 1880 war das Pfarrgebäude in einem baufälligen Zustand. Am 12. Januar 1882 fand eine Versammlung der Höngedaer Bürger zur Beratung über den Bau einer neuen Pfarre zusammen. Mit dem Bau der neuen Pfarre 1884, ging das Haus in Privatbesitz über. Am 03. Januar 1884 erwirbt der Landwirt Gustav Gottfried Grabe (geb. 1837 in Bollstedt) mit dem höchsten Gebot von 5250 Mark die Pfarre. Er ist mit Charlotte Dorothea Sack (geb. 1841 in Höngeda) seit 1866 verheiratet. Der Landwirt Grabe verstirbt 1927, seine Frau 1929 in Höngeda,

Im Jahr 1933 kauften die Eltern von Frau Imgard Weiss das Haus an der Höngedaer Landstrasse.

Der unter der Ostseite des Angers, gegenüber dem Gebäude liegende Gewölbekeller gehörte zum Anwesen. Solange die Familie Weiss Landwirtschaft betrieb, wurde er zur Lagerung von Kartoffeln und Runkeln genutzt. Über dem Eingang des Kellers befand sich das Kriegerdenkmal. Für den Bau eines Springbrunnens wurde er verkürzt und mit der Umgestaltung des Angers im Jahr 2023 letztlich zurückgebaut.

Im Jahr 2001 wurde das Anwesen von der Familie Brückner gekauft und mit großer Sorgfalt aufwändig restauriert. Es ist heute ein Blickfang für die Besucher des Ortes.