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Europäischer Fonds für regionale Entwicklung unterstützt Energiewende durch erneuerbare Energien
Die Energiewende steht für eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Dazu soll Deutschlands Energieversorgung grundlegend umgestellt werden: weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz. Die Herausforderungen der Energiewende schaffen neue Anreize, aber auch höhere Ansprüche an Energieversorgungsunternehmen wie die Stadtwerke Mühlhausen GmbH. Unterstützung erhalten die Stadt Mühlhausen und die Stadtwerke dabei durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
2020/21: EFRE-Projekt - Fernwärmeversorgung durch erneuerbare Energien
Eine Schlüsseltechnologie, um die Energiewende voranzutreiben und den energiepolitischen Anforderungen gerecht zu werden, ist die Fernwärmeversorgung durch erneuerbare Energien. Diese Ziele werden auch durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union finanziell unterstützt.
Die Stadt Mühlhausen erhielt EFRE-Mittel für Projekte der Stadtwerke: die neue Fernwärmetrasse sowie das „Sonnenfeld am Schadeberg. Solarthermiepark der Stadtwerke Mühlhausen GmbH“. Diese Fördermittel der Europäischen Union wurden zur Umsetzung der Bauvorhaben genutzt.
Bereits 2015/16 hatten die Stadtwerke eine Analyse zur Optimierung der Fernwärmeversorgung im Sinne der Wärmewende durchgeführt. Infolgedessen wurde 2017 ein umfassendes Netzkonzept zur nachhaltigen Fernwärmeversorgung Mühlhausens entwickelt. Es umfasst mehrere mittel- und langfristige Maßnahmen, die seit 2017 konsequent realisiert werden.
Neben der Erneuerung von KWK-Anlagen und der Zusammenlegung von Erzeugerstandorten liegt ein Fokus auf der Einbindung von Wärme aus regenerativen Energiequellen. Der Bau des Solarthermieparks am Schadeberg stellt für die Stadtwerke den Einstieg in die Erzeugung mittels erneuerbarer Energie dar. Die Umsetzung des Großprojektes hat Leuchtturmcharakter für Thüringen sowie darüber hinaus und erfolgte in den Jahren 2020 und 2021.
Neue Fernwärmetrasse für Mühlhausen
Um die Effizienz der umweltfreundlichen Fernwärme noch weiter zu steigern, wurde 2020 mithilfe von EFRE-Mitteln der Europäischen Union eine neue Verbindungsleitung zwischen dem Fernwärmenetz Ballongasse und dem im Stadtzentrum von Mühlhausen befindlichen Netz Spielbergstraße gebaut. Dadurch konnte das veraltete Heizkraftwerk in der Spielbergstraße stillgelegt werden – das verringert die Schadstoffbelastung in der Innenstadt erheblich.
Solarthermie bringt Energiewende voran
Langfristiges Ziel der Wärmewende ist eine nahezu klimaneutrale Versorgung durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Der Bau eines leistungsstarken Solarthermieparks ist daher ein wesentlicher Teil des Gesamtkonzeptes. Mit seiner 5.691 Quadratmeter großen Kollektorfläche was das „Sonnenfeld am Schadeberg“ bei Inbetriebnahme im Herbst 2021 bundesweit eine der größten Anlagen dieser Art und zu diesem Zeitpunkt die größte in ganz Thüringen sein. Sie liefert einen erwarteten Wärmeertrag von durchschnittlich 3.300 Megawattstunden pro Jahr.
Der Startschuss für den Bau der Großsolarthermieanlage mit Speicher fiel im März 2021 am südöstlichen Stadtrand Mühlhausens. Auf 19.000 Quadratmetern reihen sich hier nunmehr 1.320 Solarthermie-Module aneinander, die nur mit der Kraft der Sonne saubere Energie erzeugen. Rein rechnerisch lassen sich so 400 Haushalte mit Wärme und Heißwasser versorgen. Das in den Solarkollektoren erhitzte Wasser gelangt über Leitungen ins örtliche Fernwärmenetz und von dort zu den angeschlossenen Gebäuden. Etwa 13 Prozent der an diesem Standort von den Stadtwerken Mühlhausen erzeugten Fernwärme sind mit Fertigstellung solar produzierte Wärme .
Die Investitionskosten für das Solarfeld am Schadeberg betrugen rund 3 Millionen Euro. Als Meilenstein auf dem Weg zur regenerativen Wärmewende wurde das Projekt mit 1,47 Millionen aus Fördermitteln des EFRE gedeckt. 1,1 Millionen Euro finanzierten die Stadtwerke Mühlhausen, die Stadt übernahm 367.000 Euro. Da die Solarmodule nicht nur ökologisch, sondern auch äußerst effizient und wirtschaftlich arbeiten, amortisiert sich die Investition nach etwas mehr als zehn Jahren.
Der Solarthermiepark "Sonnenfeld am Schadeberg" hat im Herbst 2021 den regulären Betrieb aufgenommen. Er versorgt Mühlhausen für mindestens 20 bis 30 Jahre mit noch nachhaltigerer solarer Wärme.
Informationen zu allen aktuellen Entwicklungen Rund um das Projekt "Solarthermiepark in Mühlhausen" finden Sie auch auf den Seiten der Stadtwerke Mühlhausen GmbH.
2023: Fernwärmetrasse Altstadt Mühlhausen
Ende Juni 2023 haben die Bauarbeiten für eine Fernwärmeleitung in der Mühlhäuser Altstadt begonnen. Die rund 500 Meter lange Leitung ist ein weiterer Teil des Konzepts zur klimafreundlichen Wärmeversorgung in der Stadt Mühlhausen. Nach Fertigstellung soll diese eine Reihe kommunaler Gebäude in der Innenstadt sowie private und gewerbliche Gebäude mit insgesamt 1 Million Kilowattstunden Wärme jährlich versorgen. Ein Teil der Wärme wird durch die in 2021 in Betrieb genommene Solarthermieanlage bereitgestellt.
Nach Abschluss im November 2023 soll die Heizzentrale im Verbund mit Solarthermie, Blockheizkraftwerken und der geplanten Anlagen für Biomasse und Wärmepumpe für zuverlässige Wärmeversorgung im Fernwärmenetz sorgen.
Die Stadtwerke finanzieren das Projekt mit einer Investitionssumme von rund 1.400.000 EUR gemeinsam mit der Stadt Mühlhausen. Davon fließen rund 786.000 EUR aus Landesmitteln (EFRE-Mittel der Europäischen Union) in diesen kommunalen Beitrag zum Klimaschutz. Der städtische Eigenanteil beläuft sich auf rund 196.500 EUR.
Hintergrund:
Die Stadtwerke Mühlhausen GmbH betreibt zur Wärmeversorgung in Mühlhausen verschiedene Anlagen und mehrere weitverzweigte Netze zur Erzeugung und Verteilung von Fernwärme. Als Brennstoff wird derzeit vorzugsweise Erdgas eingesetzt. Zur Einhaltung der Forderungen aus dem Thüringer Klimagesetz soll diese Fernwärmeerzeugung bis spätestens 2040 komplett dekarbonisiert werden. An zwei Standorten, Windeberger Landstraße und Ballongasse, sollen deshalb verschiedene neue Erzeugereinheiten auf Basis erneuerbarer Energien errichtet werden. Hinzu kommen die nunmehr entstehenden 500 Meter Netzerweiterung zur Erschließung der historischen Altstadt.
Die Wärmewende ist ein entscheidender Faktor für die Erreichung der Klimaziele. Mühlhausen zeigt, wie Wärmeprojekte durch eine konsequente Umsetzung auf kommunaler Ebene in Verbindung mit Förderprogrammen von Bund und Ländern gelingen können.
2024/2025: Biomasseheizwerk - Meilenstein für CO₂-neutrale Wärmeversorgung
Am 05.112025 wurde in Mühlhausen ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Wärmeversorgung gefeiert: Die feierliche Einweihung des neuen Biomasseheizwerks. Das Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Mühlhausen und der Stadt Mühlhausen markiert einen Meilenstein für die klimafreundliche Energiezukunft der Region.
Nachhaltige Wärme für Mühlhausen
Das moderne Heizwerk ersetzt fossile Brennstoffe durch naturbelassenes Holz aus dem Mühlhäuser Stadtwald sowie Material aus der regionalen Landschaftspflege. Dadurch werden jährlich rund 1.600 Tonnen CO₂ eingespart – eine Menge, die dem Ausstoß von etwa 400 Haushalten entspricht. Das Projekt stärkt nicht nur die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zur Dekarbonisierung des Fernwärmenetzes.
Investition in die Zukunft
Mit einem Investitionsvolumen von rund 5 Millionen Euro, davon 2,2 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), wurde die Anlage in nur zehn Monaten errichtet und in das bestehende Wärmenetz integriert. „Wir investieren hier nicht nur in Technik, sondern in die Zukunft unserer Stadt und unserer Kund:innen“, betonte Henning Weiß, Geschäftsführer der Stadtwerke Mühlhausen.
Lokale Kreisläufe und Verantwortung
Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns hob die Bedeutung des Projekts für die Region hervor: „Durch die Nutzung heimischen Holzes schaffen wir einen lokalen Stoff- und Energiekreislauf, der unseren Bürger:innen zugutekommt. Dabei wird weiterhin deutlich weniger Holz eingeschlagen, als nachwächst.“ Die Einweihung bot Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Medien die Gelegenheit, sich über die Anlagentechnik und die Bedeutung des Projekts für die regionale Energiewende zu informieren.
Engagement für die Energiewende
Das Biomasseheizwerk steht beispielhaft für das Engagement der Stadtwerke und der Stadt Mühlhausen, die Energiewende aktiv voranzutreiben. Es sichert langfristig eine stabile, zukunftssichere und umweltfreundliche Wärmeversorgung für Mühlhausen und zeigt, wie nachhaltige Projekte die Lebensqualität in der Region verbessern können.
EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
Das Projekt wird gefördert durch den Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist ein Förderinstrument der Europäischen Kommission für alle Regionen Europas. Er ist darauf ausgerichtet, Entwicklungsunterschiede auszugleichen. Der EFRE adressiert die Bedürfnisse der Regionen. Diese nutzen mit dem EFRE-Programm 2021–2027 Thüringen das Angebot, um regionsspezifische strukturelle Schwächen zu überwinden.